Der Ausnahmezustand um die Schule entspannt sich. Die Polizei zieht sich immer mehr zurück, die Politik hat ihr Vorhaben fallen gelassen, die Schule zu räumen. Wie das zu bewerten ist, zeigt sich in den nächsten Tagen, wenn die Erschöpfung, vor allem der Leute auf dem Dach, aber auch derjenigen, die 24/7 auf den Straßen unterstützt haben, nachlässt und der Kopf frei für einen Rückblick wird. Dann wird auch viel anstehen, das zu tun ist. Weitere Unterstützung der Aktivist*innen vom Dach, Anti-Repressionsarbeit, Kontinuität in der Unterstütztung des Kampfs der Geflüchteten für ein Ende der Entrechtung, für ein Bleiberecht für alle und Bewegungsfreiheit, gegen den rassistischen Normalzustand.
Eins ist allerdings schon sehr klar, die Refugees haben eine Menge gewonnen und nichts verloren. Die Politik wollte räumen und hat das nicht geschafft. Sie wollte das Haus leer haben und absperren, stattdessen sind weiter Menschen dort und haben sich das Recht erkämpft dort zu bleiben und über das weitere Vorgehen im Haus mitzuentscheiden. Die Politik hat versucht, die Leute in der Schule als kriminell und gefährlich darzustellen, stattdessen wuchs mit jedem Tag die Solidarität für die Refugees und und die Unterstützung für ihre Forderungen wurde immer größer. Die Polizei fuhr ein absurdes Aufgebot auf, es war ein bundesweit koordinierter Einsatz, die Blockaden wurden teils sehr brutal geräumt und Menschen in Polizeigewahrsam verprügelt. Die Leute auf dem Dach wurden von der Polizei immer wieder terrorisiert. Trotzdem wuchs die Bereitschaft, auf die Straße zu gehen, auf dem Dach zu bleiben, und sich von der Polizei nicht einschüchtern zu lassen. Nochmal: Politik und Polizei kamen um zu räumen, sie mussten gehen mit dem Eingeständnis, dass sich die Schule nicht räumen lässt. Sie wollten den Menschen in der Schule ihre letzte Freiheit nehmen, sie mussten ihnen mehr Freiheit zurück lassen. 

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